Title: Betrieb
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Betrieb

Betriebsbegleitende Vermessungsarbeiten in Kraftwerksanlagen lassen sich generell in zwei Gruppen einteilen.

Die erste Gruppe sind Vermessungen, die im Zusammenhang mit Qualitätssicherung (QS) bzw. Qualitätsmanagement (QM) stehen.


Die zweite Gruppe sind Vermessungsarbeiten bei bautechnischen Veränderungen wie z.B. bei der Erneuerung bzw. dem Austausch von Turbosätzen infolge von Revisionsarbeiten, aber auch beim Ein-, Aus- oder Anbau von Bau- und Maschinenteilen.


Die Aufgaben im Zusammenhang mit Qualitätsmanagement erfordern in den heutigen Kraftwerksanlagen einen höheren Anteil an Vermessungsaktivitäten. Ziel dieser Arbeiten ist es, Deformationen an Baukörpern, Maschinen und Anlagen messtechnisch zu ermitteln und zu dokumentieren. Durch diese Form- bzw. Deformationsdaten können die wesentlichen Parameter für Standsicherheits- und Festigkeits- bzw. Stabilitätsanalysen gewonnen werden. Diese Vermessungen sind im Hinblick auf ihre Komplexität und Genauigkeit in eine der höchsten Stufen einzuordnen (Präzisionsmessungen mit einer Genauigkeit von <5*10-5).


Um die vorgenannten Analysen vor der erheblichen Beeinflussung und Fehlaussage durch Einzelmessergebnisse zu schützen, sowie Aussagen über die Veränderung bzw. Abnutzung einzelner Maschinenteile treffen zu können, sollten die Messungen in einem gleichmäßig wiederkehrenden Zyklus unter nach Möglichkeit identischen Rahmenbedingungen (z.B. Betriebsauslastung, Messprogramm, etc.) durchgeführt werden. Um dabei die Aussagefähigkeit der einzelnen Vermessung zu stützen ist es sinnvoll, diese Arbeiten nach Möglichkeit schon in der Planungsphase zu berücksichtigen und hier durch ein eindeutiges Werkfestpunktnetz nach Lage und Höhe in einem eindeutigen Bezugssystem durchzuführen.


Die wesentlichen Vermessungspunkte dieser Netze sollten aus beständigen und gegen Beschädigung geschützten Vermarkungen bestehen. Durch lokale Sicherungspunkte und -maße sollte jederzeit eine den Genauigkeiten entsprechende wirtschaftliche Reproduzierbarkeit gewährleistet sein.


Im Rahmen von Stabilitätsanalysen an hochempfindlichen Maschinenteilen oder aufgrund erhöhter Sicherheitsanforderungen ist es im Einzelfall erforderlich, eine permanente Überwachung durch sogenannte Monitoringsysteme vorzunehmen. Diese Systeme, die auf unterschiedlichste Art und Weise die einzelnen Parameter permanent bestimmen, gehören zu den neueren Errungenschaften der modernen computergestützten Vermessung. Aber auch diese Einrichtungen selbst müssen von Zeit zu Zeit überprüft und neu eingerichtet werden.


Die zweite Gruppe der Vermessungsarbeiten, die ebenfalls sehr hohe Anforderungen an den Vermessungsfachmann stellen können, sind das Einrichten bzw. Montieren verschiedener maschinen- und bautechnischer Kraftwerkskomponenten. So ist die Bestimmung der Höhenlage der Turbinenwelle infolge einer Revision des Turbinensatzes eine vermessungstechnische Herausforderung, da vielfach die Messbedingungen nicht im optimalen Verhältnis zur Genauigkeitsforderung gewählt werden können. Demnach müssen erhöhte Fachkompetenz und viel Erfahrung bei der Lösung der Aufgabe herangezogen werden. Aber auch einfache Vermessungsarbeiten können aufgrund der engen Verzahnung im Gesamtkraftwerksprozess zu komplexen und umfassenden Arbeiten werden.


Des Weiteren ist das Repertoire an Sonderaufgaben während des Betriebs von Kraftwerksanlagen unterschiedlichster Energieträger sehr groß. So führen beispielsweise Vermessungen von Brennelementen unter Wasser die "normale" Vermessung an den Randbereich. Diese Aufgabe wurde mit Hilfe der Photogrammetrie gelöst und bedurfte ein sehr hohes Maß an Ideenreichtum und theoretischem Wissen über die zu erzielenden Genauigkeiten.


Insbesondere die Praxis beim Betrieb von Kraftwerksanlagen zeigt, dass Vermessungsaufgaben nicht losgelöst von der Gesamtaufgabenstellung betrachtet werden können. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Fachrichtungen des Maschinen- und Bauwesens mit dem Vermessungswesen in der Kraftwerkswirtschaft muss gewährleistet sein.





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