Kompetenzcenter Ingenieurvermessung
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Architektur & Denkmalpflege » Messverfahren » Tachymetrie
 Die tachymetrische Aufnahme, also die polare Einzelpunkterfassung wurde seit dem Aufkommen der Totalstation stetig weiter entwickelt. Die Punktgenauigkeit bei der Aufnahme auch ausgedehnter komplexer Objekte ist mit wenigen Millimetern vergleichsweise sehr gut und homogen, praktisch unabhängig von der Objektgröße. Im anstehenden Kontext wird nur auf die reflektorlose, man sagt auch berührungslose Messmethodik eingegangen. Zwei Gerätetypen stehen hier zur Verfügung: Totalstationen, die manuell zum Zielpunkt ausgerichtet werden und solche, die mit Servomotoren ausgerüstet sind, also per Notebook extern steuerbare Totalstationen.
Die Arbeit mit manueller Einstellung der aufzunehmenden Punkte ist hinreichend bekannt. Die Möglichkeit, reflektorlos notebookgesteuert zu messen wird dagegen z. Zt. i. a. nur rudimentär genutzt. Die Anwendungs- und Automationsmöglichkeiten und damit die Wirtschaftlichkeit lassen sich gegenüber der manuellen Punkteinstellung gerade bei der Bauaufnahme jedoch erheblich steigern. Bei der porträtierenden Arbeitsweise sorgen zahlreiche Software-Funktionen für genaue, rasche Aufnahme u.a durch punktscharfe Messung von Ecken trotz endlichen Strahlquerschnittes, exakte Ermittlung von Horizontal- und Vertikalprofilen von beliebigem Instrumentenstandpunkt aus, Fortführung von Profilen an beliebiger Stelle im Objekt oder Ermittlung verdeckter Punkte mit Extrapolations-Codestab.

| Vorteile | Nachteile | Anwendungsbereiche | Besonderheiten | | schnelle automatisierte Erfassung von markanten Einzelpunkten, Schnitten und Profilen; hohe absolute Punktgenauigkeit, universell einsetzbare, verbreitete geodätische Standardgeräte, Kontrolle von Vollständigkeit und Genauigkeit vor Ort | bei der Aufnahme von Flächenformen mit großen Punktmengen langsam | Achitekturerfassung, Denkmalpflege, Archäologie, Bauforschung, Baudokumentation, Fassadenaufnahme | Visualisierung in Verbindung mit Bilderfassung, Einzelbildentzerrung automatisierbar, mit eingebauten Kameras automatische Dokumentation und Aufbau eines Bildarchivs |




 Im vorausgehenden Abschnitt wurden die vier wesentlichen Aufnahmemethoden skizziert. Vergleicht man sie miteinander, zeigen sich bei jedem Verfahren Stärken und Schwächen: Keine Methode ist für einen bestimmten Zweck ideal. Die Verfahrensweisen an sich sind außerordentlich verschieden. Daher wird offensichtlich zu selten zwischen den Methoden gewechselt; unterschiedliche Verfahren werden kaum nebeneinander eingesetzt. In den Anwendungsbereichen hoher Genauigkeit kommt hinzu, dass Nutzer, die der strikt porträtierenden Schule angehören, praktisch nur die vor Ort interpretierenden Verfahren Handaufmaß und Tachymetrie akzeptieren.

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