Title: Bestandsdokumentation
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Bestandsdokumentation

Dem Bau einer modernen Brücke geht - wie anderen Ingenieurbauwerken auch - eine Planungsphase voraus, möglicherweise ein Wettbewerb. Dazu ist der topografische und rechtliche Bestand durch die Vermessung bereitzustellen.

Über die klassische Gelände-Darstellung - Lage mit Höhenlinien - hinaus, greift der Entwurfs-Ingenieur heute auf ein dreidimensionales digitales Geländemodell (DGM) zu, mit dessen Hilfe besonders die gestalterischen Gesichtspunkte des Bauwerks dargestellt bzw. visualisiert und Planungsvarianten rasch erzeugt werden können. Das Interessensgebiet erstreckt sich deshalb nicht nur auf das Entwurfsband der zukünftigen Brücke, sondern auch auf den beidseitigen Anschluss der Trasse sowie die entsprechende Querausdehnung, sodass sowohl die Wirkung des Bauwerks auf ihre Umgebung abgeschätzt als auch die Abmessungen der gewählten geometrischen Elemente beurteilt werden können.


Für die Planung hilfreich ist nicht nur eine rein dreidimensionale Darstellung der Geländeoberfläche mit bestehender Bebauung, sondern der Einschluss weiterer, planungsrelevanter Fakten. Von besonderer Bedeutung für ein Brückenbauwerk sind Informationen über den Baugrund bzw. die anstehende geologische Schichtung. Diese Informationen erleichtern die Wahl des Bauwerkstyps, die Gründung der Tragwerkskonstruktion sowie die Voraussage möglicher Setzungen.


In der Planungsphase werden allerdings noch nicht die großen Maßstäbe 1:1000 und größer benötigt, wie später für die Konstruktion und die Bauabwicklung. Wichtig dagegen ist dennoch die Vollständigkeit und die Zuverlässigkeit aller enthaltenen Angaben. In Deutschland kann dazu in der Regel auf vorhandene Kartenunterlagen zurückgegriffen werden. Diese sind erforderlichenfalls einzuscannen. Bei der Wahl des CAD-Systems ist die Austauschbarkeit der Daten mit den anderen am Baugeschehen Beteiligten (Entwurfsingenieur, Statiker, ...) sicher zu stellen.


Falls die vorhandenen Unterlagen nicht ausreichen oder ergänzt werden müssen, wird man die Fläche samt Bebauung, Rechtsgrenzen usw. unter Anschluss an das vorhandene Festpunktfeld tachymetrisch oder durch Satellitenverfahren einmessen.


Ist dagegen die Fläche noch weiß, so wird man sich an das Verfahren anschießen, das die gesamte geplante Verkehrslinie erfasst: Photogrammetrie und Fernerkundung, Laserscanner. Siehe auch im Literaturverzeichnis: System Moses (Mobiles Straßen-Erfassungs-System), das verschiedene Komponenten - von einem Spezial-Fahrzeug aus - einsetzt.


Zweckmäßigerweise wird von Anfang an ein GIS-System angelegt, in dem zu gegebener Zeit der weitere Fortschritt des Baugeschehens dokumentiert wird. Siehe dazu auch CCES-Beitrag Kartographie & GIS


Die folgende Abbildung zeigt einen Brückenentwurf im Längsschnitt, der aus einem DGM abgeleitet wurde [Quelle: LAP Stuttgart]. Der Baugrund wird in der Legende erläutert. 






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