Kompetenzcenter Ingenieurvermessung
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Brücken » Höhenmessung

Für die Höhenmessung im Brückenhauptnetz kommt standardmäßig ein Feinnivellement mit dem Digitalnivellier zum Einsatz. Auch beim Höhennetz ist auf Redundanz zu achten und jeder Punkt möglichst mit 3 oder mehr Linien zu erfassen. Ist lediglich ein Doppelnivellement möglich, so sind wenigstens verschiedene Nivellierstrecken auszuwählen. Hat man jedoch einen größeren Fluss oder Strom wie den Rhein zu überqueren, so muss man für die gegenseitige Höhenbestimmung der beiden Uferseiten den Einfluss der Refraktion auf die langen Visuren über das Wasser ausschalten.

Von der Firma Zeiss gibt es seit langem eine Spezialausrüstung [22], bestehend aus 4 Ni2-Nivellieren mit Stativtellern für ein Geräte-Paar, Vorsatz-Drehkeilen und Zieltafeln. Um ungleich lange Zielweiten zu bewältigen, sind 3 Maßnahmen vorgesehen:  | Simultanbeobachtung über das Wasser, um die Refraktion zu bekämpfen.
|  | Messen mit einem Geräte-Paar, um typische Geräte-Abweichungen auszuschalten.
|  | Einsatz spezieller Zieltafeln und geringe - jedoch beherrschbare - Neigung des Zielstrahls. |
Die folgende Schemaskizze zeigt diese Ausrüstung mit Index 1 und 2 für das linke und rechte Ufer. Außen stehen die Feinnivellierlatten für den Anschluss (Rückwärts-Ablesungen r) an die Festpunkte F. Nach innen folgen die (paarweisen) Nivelliere und die beiden über einander, an Fixstellen sitzenden Zieltafeln. Die Tafelhöhe ergibt sich aus dem Höhenunterschied zu einer Speziallatte t und dem Festwert g für den Tafelabstand. Hz = Zielungen von der Gegenstation.

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|  Abb.: Schemaskizze Strom-/Talübergangsnivellement
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Dieses Verfahren ist auch darauf angelegt, den Einfluss der Refraktion über eine größere Distanz möglichst gering zu halten. Dazu werden jetzt Feinmess-Theodolite bzw. elektronische Tachymeter ebenfalls gleichzeitig-gegenseitig eingesetzt. Dieses Verfahren liefert nicht ganz die Genauigkeit wie Nr.1. Die Überschlagsrechnung zeigt, dass eine Zenitwinkelgenauigkeit von 0,3 mgon (wie in der Literatur mehrfach angegeben) auf eine Distanz von 200 m eine Höhenunsicherheit von ca. 1 mm ergibt. Breitere Flüsse als 200 m sind jedoch selten!
Man benutzt möglichst zwei baugleiche Geräte und dazu Zieleinrichtungen, deren Größe auf die Zielweite über das Wasser abgestimmt wird. Diese lassen sich mit relativ geringem Aufwand herstellen bzw. umbauen. Die folgende Abbildung zeigt einen Zylinder, der anstelle des Tragegriffs auf das Instrument aufgeschraubt (und auch zur Lagemessung ohne Exzentrum benutzt) werden kann sowie eine direkt auf das Fernrohr aufsteckbare Zieltafel.

 Bildet man für die Messung nicht nur 2 Beobachtungsstationen sondern - unter Einbeziehung der signalisierten Anschlusspunkte - ein Viereck, so ergeben sich zwei lange Visuren über das Wasser und - mit den kurzen Seiten zu den Zieltafeln - eine willkommene Redundanz. Die Beobachtungen werden an verschiedenen Tagen bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen wiederholt und gemittelt.
Der Vorteil des simultanen trigonometrischen Nivellements im Vergleich zum zuerst genannten Strom- bzw. Talübergangsnivellement ist, dass keine Spezial-Ausrüstung mit entsprechender Einarbeitung erforderlich und die Festlegung der Beobachtungsstationen flexibler ist.

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