Geodätische Grundlagen Die Erschließung eines größeren Bauerwartungsgebietes, z.B. Gewerbegebiet oder Industrieanlage, setzt auf jeden Fall ein Baulage- und Bauhöhennetz als Absteckungsgrundlage voraus. Hierauf können alle geodätischen Arbeiten direkt bezogen werden. Diese ingenieurgeodätischen Netze werden zunehmend als dreidimensionale Netze (3D) angelegt und ausgewertet, wobei die Verarbeitung von GPS-Messungen und die trigonometrische Höhenbestimmung in Korrelation mit der Distanzmessung zu berücksichtigen ist. Mit dem Baulagenetz wird das Bezugssystem großer Ingenieurbauwerke sowie von komplexen Anlagen des Industrie- und Hochbaus geschaffen. Das Baulagenetz muss die projektmäßige relative Lage der verschiedenen Abschnitte eines Objektes bzw. der einzelnen Objekte zueinander mit der benötigten Genauigkeit gewährleisten. Mit einer Simulationsrechnung kann die optimale Lage der Festpunkte im Netz vorab bestimmt werden (Abb. 1). Dazu dienen Konfidenzellipsen, die Redundanz und die damit verbundene Kontrollierbarkeit der Messwerte.
Abb. 1 Beispiel Baulagenetz und Konfidenzellipsen
Bei der Anlage des Netzes ist rechtzeitig mit dem Projektanten und bauausführenden Unternehmen Verbindung aufzunehmen, um den Bebauungsplan, Detailpläne und die Pläne der Baustelleneinrichtungen bei der Netzgestaltung zu berücksichtigen. Netzbilder, Festlegungsrisse und Koordinatenverzeichnisse der übergeordneten Festpunktfelder sind in die Planungen einzubeziehen. Bereits vorhandene Festpunkte sind auf Dauerhaftigkeit, Standsicherheit und Genauigkeit der Markierung zu überprüfen. Außerdem sind ggf. Schachtgenehmigung und geologisches Gutachten einzuholen. Bei mehrgeschossigen Bauwerken wird das Baulagenetz durch ein bauwerksinternes Bezugssystem noch verdichtet (Abb. 2).
Abb. 2 Baulagenetzpunkte und inneres Bezugssystem mit ausgewählten Achsen