Kompetenzcenter Ingenieurvermessung
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Tunnelbau » Planungsphase
 In der Planungsphase sollte in enger Zusammenarbeit mit allen am Projekt beteiligten Fachdisziplinen das benötigte Kartenmaterial zusammengestellt und wenn nötig durch gezielte Verdichtungsmessungen z.B. in der Umgebung geplanter Erkundungsbohrungen oder -stollen ergänzt werden. Neben dem herkömmlichen Kartenmaterial werden natürlich auch Luftbilder, aus denen Orthophotopläne generiert werden, und möglicherweise Fernerkundungsdaten, z.B. SPOT oder LANDSAT mit einer Auflösung von 10 - 30m, genutzt, aus denen ein 3D-Geländemodell abgeleitet werden kann.Eine für die Planung des gesamten Messkonzeptes wichtige Größe stellt der zu erreichende Durchschlagsfehler dar (KRÜGER 1985). Er bildet letztlich die Grundlage für die weitere Vorgehensweise der Vermessung und das zu verwendende Instrumentarium (Abb. 1).

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|  Abb. 1: Beispiel eines simulierten Durchschlagsfehlers
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Aus geodätischer Sicht kann der Durchschlagsfehler als die prognostizierte, theoretische Standardabweichung des Durchschlagspunktes in Längs- und Querrichtung definiert werden (Elmaghraby, 1989). Der Durchschlagsfehler wird, auf den Durchschlagsort angewendet, aus den relativen Fehlerellipsen der jeweils letzten Polygonpunkte beider Vortriebsrichtungen abgeleitet. Modelle beschreiben komplexe Sachverhalte mit mathematischen Methoden. Aufgrund der Tatsache, dass die Realität durch die Modelle nur vereinfacht dargestellt werden kann, werden die a priori Messgenauigkeiten meist zu pessimistisch angesetzt.
Bei einem Grundlagennetz, gerade im Eisenbahntunnelbau, ergeben sich schon in der Planung die Schwierigkeiten, dass bei der Wahl des Bezugsrahmens aufgrund der Einpassung keine Verformung des Grundlagennetzes entstehen darf, d.h. es muss spannungsfrei sein. Diese Tatsache ist schon in der Planungsphase zu berücksichtigen. Die Verknüpfung mit den übergeordneten Netzen wird durch Auffelderung des Grundlagennetzes auf die Festpunkte des übergeordneten Netzes im Sinne einer Helmert-Transformation realisiert.

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|  Abb. 2: Beispiel eines Grundlagennetzes
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 Im Zuge breiter internationaler Zusammenarbeit gerade bei Großprojekten wie im Tunnelbau sind die Vorteile des Qualitätsmanagements insbesondere in der Projektsteuerung sehr dominant. Durch Normen (z.B. in der DIN EN ISO 9000 - Familie zusammengefaßt) sind unter anderem die Punkte Dokumentation, Designlenkung, Verträge usw. geregelt. Unternehmen, die sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenschließen und nach obiger Norm zertifiziert sind, können ohne umfangreiche zusätzliche Abstimmung zusammenarbeiten. Das Projekt wird somit transparent, d.h. für jeden Bearbeiter auf einer Baustelle einheitlich interpretierbar. Es ergeben sich neue Möglichkeiten auch im Sinne der auf Großbaustellen sehr entscheidenden Sicherheitskontrollen.

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