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Geotechnische Messungen im Tunnelbau

Die geotechnischen Messungen dienen der Erfassung dreidimensionaler Verschiebungen des Tunnelbaues durch optisch-trigonometrische Vermessung von Retroprismen im Absolutsystem. Das Verfahren erlaubt die freie Stationierung des Tachymeters und bietet bei Verwendung eines motorisierten Instrumentes einen sicheren und praxisgerechten Meßablauf (WEITHE 1996). Die Bestimmung der Standpunktkoordinaten erfolgt durch Aufnahme von mindestens vier als stabil anzusehenden Anschlußpunkten. Die Genauigkeit der Zielpunktkoordinaten hängt somit zum überwiegenden Teil von der Genauigkeit der Standpunktkoordinaten ab.

Deformationsmessungen
Auf Basis der stabilen Portalpfeilernetze entwickeln sich im Zuge der fortschreitenden Vortriebe die hochgenauen untertägigen Referenznetze zur 3D-Verformungserfassung in den Tunnelauffahrungen. Die frei stationierten Messungen - orientiert über eine Vielzahl bereits beruhigter Punkte in der rückwärtigen Strecke - liefern millimetergenaue Dokumentationen des Deformationsgeschehens im Vortriebsbereich. Die Messungen können mit einem Servotachymeter und entsprechender Punktsignalisierung in Form von Bireflex-Targets an der Tunnelaussenschale realisiert werden. In einer nachgeschalteten EDV - Bearbeitung werden die Ergebnisse der geotechnischen Messungen sofort einer statischen Standsicherheitsberechnung zugeführt, die im Ergebnis eine Einstufung (sogenannte Trigger-Lines) der Messquerschnitte in drei Alarmgrenzen beinhaltet.

Obertägige Messungen
Setzungsbeobachtung der Oberfläche mit Präzisionsnivellements ergänzen das geotechnische Messprogramm. Vor allem in den oberflächennahen Anschlagbereichen sind die Ergebnisse der Setzungsmessungen, dargestellt in Querprofilen (Setzungströge) und Längsprofilen, ein wichtiges Hilfsmittel zur Beurteilung auch der vorauseilenden Setzungen. Dieser Faktor ist durch unterirdische Verformungsmessungen nicht erfassbar, weil die Nullmessung erst mit dem Spritzbetonausbau erfolgt.


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